Die Woche – Dienstag

Dienstag ist Gefängnistag. Bis Mai war der vormittag immer mit Chinesischunterricht belegt und am Nachmittag ging es ins Gefängnis.
Ich habe am Ende 7 verschiedene Gruppen gehabt. In manchen Gruppen ist nur eine Person, aber man darf Insassen aus verschiedenen Abteilungen und Bereichen nicht zusammen sehen. Ich habe mich in 3 Gruppen verabschiedet und alle waren sehr dankbar für meinen Dienst, ein junger Malaye hat für mich gebetet, was mich sehr bewegte.

Gefängnis

Gefängnis

Leider habe ich von meinen Freunden im Gefängnis weder ein Foto noch kann ich einfach Kontakt mit ihnen halten, außer per Post.
Unsere Besuchszeit sind wöchentlich 2 Stunden von 14 bis 16Uhr.

Danach bin ich nicht nach Hause gefahren, sondern zum Krankenhaus. Ein Thaifreund leidet an einem Magengeschwür und hofft, endlich behandelt zu werden. Hier ein paar Infos:

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Bitte betet für meinen Freund Somkit.

Er ist seit Monaten ernsthaft an einem Magengeschwür erkrankt und bekommt in Taiwan bisher keine gute Behandlung. Er arbeitet in einer Firma als Lackierer und ist sehr stark den Chemikalien, die er benutzen muss, ausgesetzt. Anders als taiwanesische Angestellte, gibt es für ihn als ausländischen Gastarbeiter keinen Arbeitsschutz, wie z.B. eine Atemmaske. Er denkt, dass seine Krankheit mit seiner Arbeit zu tun hat. Als er mit seinen andauernden Beschwerden zum Arzt ging, verschrieb ihm dieser Schmerzmittel. Selbst als das Geschwür eindeutig diagnostiziert war, erhielt er keine Medikamente dagegen. Dank meiner Arztfreunde in Deutschland, konnte ich ihm einige Medikamente besorgen. Wegen der schlechten Behandlung, wollte mein Freund seine Arbeitsstelle kündigen und nach Thailand zurückkehren. Wir hatten ihn schon aus der Gemeinde verabschiedet, als der Arbeitgeber ihm mitteilte, dass er kein Recht zu kündigen hat. Auch ein Antrag auf Versetzung innerhalb der Firma wurde abgelehnt. Zur Zeit ist er im Krankenhaus, von dem wir hoffen, dass er dort behandelt wird.

Die Woche – Montag

Am vergangenen Montag ging es ins Abschiebegefängnis Yilan. Yilan liegt an der Nordostküste. Man fährt von Hsinchu über Taipei und wieder südlich durch die Berge u.a. durch den mit 12km längsten Tunnel der Insel.

Ich hatte ziemlich viel Verantwortung, da meine Chefs und die anderen Kurzzeitler nicht da waren. 9Uhr ging es los, das Auto zu packen.

Vollgepacktes Auto

Vollgepacktes Auto

Eine kleine Liste: Leinwand, Laptop, Soundanlage, jede Menge Kabel, Äpfel, Tüten mit Süßigkeiten, Saft und Becher, Material (Bibeln, Erbauliches, Erklärendes) in Englisch + Tagalog + Chinesisch + Thai + Indonesisch + Vietnamesisch, Kiste mit den Requisiten für das Anspiel. Die Band hatte ein extra Auto mit Gitarren, Schlagzeug und Equipment.
Die Fahrt nach Yilan dauert zwei Stunden (Hinweg – Rückweg drei Stunden, wegen dem Berufsverkehr um Taipei). Andy am Steuer.

On way.

On way.

Schildkröteninsel vor Yilan

Schildkröteninsel vor Yilan

Irgendwie hatten wir dann beschlossen (ich war stark dagegen), erst 13:45Uhr am DTC zu sein. Das Fest sollte 14Uhr losgehen. Die Mitarbeiter sollten nicht bei der Mittagsruhe gestört werden, was man hier wirklich beachten muss. Blöd nur, dass ich Verantwortung hatte, die sich zuvor 3 Mitarbeiter geteilt hatten. Es kam also zu einem mittleren Chaos. Es war übrigens 38°C heiß und ich hatte viel Stress. Zum Glück haben andere Mitarbeiter gut moderiert und teilweise einfach Lieder wiederholt, solang ich panikhaft versucht habe, die Technik zum Laufen zu bekommen und dort zu halten. Wir hatten über 100 Leute und wieder hat am Ende unser Anspiel “Broken Heart” die Leute sehr bewegt und gut für die Sprachgruppen vorbereitet. (Die Fotos zeigen nicht 100%, dass es ein schönes Fest war).

Großgruppe

Großgruppe

Englischsprachige Kleingruppe

Englischsprachige Kleingruppe

Für die Kleingruppe hatten wir ca. 30min Zeit und es lief recht gut. Die Philippinos sind immer sehr bewegt, wenn wir sie trösten, ermutigen und für sie beten. Nach der Verabschiedung wurde alles wieder eingeladen und es ging zurück nach Hsinchu. 19Uhr kamen wir an.
Tipp für Taiwan: Immer ein Ersatzshirt dabeihaben, am besten zwei.

 

Die Woche – Sonntag

Vergangenen Sonntag bin ich 8Uhr in Hsinchu gestartet, um für die Thaigemeinde Xinfeng Leute abzuholen. Zur Zeit fehlen viele Mitarbeiter, da nicht nur die Kurzzeitmitarbeiter (und bald ich), sondern auch viele Pastoren für mehrere Monate in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, um zu Berichten und für Mittel zu werben.
Der Tag startete mit angenehmen 34°C.

Thais in Betrieben abholen

Thais in Betrieben abholen

Thaigemeinde Xinfeng

Thaigemeinde Xinfeng

Gegen Mittag fuhr ich nach Shulin am Südrand Taipeis, um Englischunterricht zu geben. Ich wusste nicht, dass viele Thais ihr Gehalt bekommen hatten, sodass kein Zeit für Unterricht bliebt. Der Großteil der Gemeinde wollte nach dem Gottesdienst Einkaufen gehen. Meine Lektion “Früchte und Farben lernen” (Methode Gummibärchen Essen) wurde verschoben. Jetzt hatte ich ein paar Stunden nichts zu tun, außer meine Woche vorzubereiten und mich bei 38°C vor einen Ventilator zu legen.

Essensreste in Shulin

Essensreste in Shulin

 

Gemeinde Shulin und ich

Gemeinde Shulin und ich

Gegen 16Uhr ging es dann Richtung Neili (halbe Strecke Hsinchu – Taipei). Jeden Sonntag abend gibt es dort einen größeren Gottesdienst, zu dem mehrere Gemeinden kommen und unser Fuhrpark die umliegenden Straßen blockiert. Gewönliches Programm – Leute abholen. Danach Essen, Fortbildung, Lobpreis, Predigt und Gebet. Da ich ohne Übersetzung nicht so viel verstehe, hab ich mit den Kindern gespielt.

Lecker Hühnerfüße

Lecker Hühnerfüße

Da findet der große Gottesdienst statt

Da findet der große Gottesdienst statt

Während des Gottesdienstes

Während des Gottesdienstes

Gegen 20:30Uhr ist alles beendet und es geht daran die Leute heimzufahren. Ich hatte 9 Leute nach 4 verschiedene Stationen zu fahren. Nahe Flughafen, ein Baustelle an der Küste, Taipei Hafen und Taipei Innenstadt.

Abenddienst

Abenddienst

Zum Glück ist nachts in Taipei nicht mehr so viel los. Außerdem mussten wir einen Schleichweg nehmen (im 1. Gang über einen Berg). 23:30Uhr kam ich in Hsinchu an.

Meine Woche – Samstag

Zum Abschluss meines Einsatzes gibt es jetzt 7 Tage kurze Tagesberichte.

Samstag – ich bin in einem neuen Zimmer und muss mich nach dem Urlaub in Thailand und Singapur wieder zurecht finden. Ich habe eine Innenohrentzündung, sodass der Tag mit viel Ruhen beginnt.

Nachmittags geht es zum Gemeindedienst in Guanyin. 16 bis 18:30Uhr Fahrdienst.

Thaigemeinde Guanyin

Thaigemeinde Guanyin

Danach ist es Zeit für Essen und Englischunterricht. Wir üben das Lobpreislied Hosanna von Hillsong.

Essen

Essen

Danach ist Gottesdienst mit Lobpreis, Gebet und Predigt, wo ich erwartungsgemäß nicht so viel verstehe. Thaibibelstellenadressen verstehe ich recht gut und schlage sie in der eigenen Bibel nach.

 

Lobpreisleitung

Lobpreisleitung

Danach (22Uhr) ist noch kurz Zeit für ein bisschen Spaß.

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Dann geht es auf den Heimweg, die Leute müssen in ihre Betriebe und ich ins Bett. 23:30Uhr zurück in Hsinchu.
Gute Nacht.

Ein Thaiausflug

Am 18. Mai dieses Jahres hatten wir einen kleinen Ausflug mit unseren Thaigemeinden. Dafür wurden 6 Busse gemietet und 220 Teilnehmer sind mitgekommen.  Ich bin 7 Uhr morgens aufgebrochen um Thais zu den Bussen zu fahren. Das Wetter war einfach spitze, denn es war bewölkt, weder Sonne noch Regen, weshalb viele Leute spontan mitgekommen sind und wir einiges Fahrchaos hatten.

Busse

Busse

Dann ging es zur ersten Station, dem Yangmingshan, der Gebirge nördlich Taipeis. In einem kleinem Park mit Pavillion haben wir uns alle versammelt und mit Liedern, Spielen und Andacht begonnen. Wir Shorties haben ein Theaterstück vorgeführt. Ich war der gewalttätige Liebhaber 🙂

Anspiel

Anspiel

Durch das Anspiel haben ganz gut Aufmerksamkeit erregt, von den 220 Leuten waren mindestens 50% Außenstehende, die sich erstmal in so ein Kirchengruppe zurechtfinden musste. In der Andacht ist Pastor Nikorn darauf eingegangen, wie Enttäuschung, Ausnutzung, Gewalt und Leid unser Herz zerstört und uns zu gebrochenen Menschen macht. In Gott finden wir den Retter, der uns aufrichtet und aufbaut, sodass wir ein neues und geheiltes Leben finden.

Anschließend ging es weiter zum Gipfel mit Vulkankrater und Schwefeldampf. Hier haben wir hauptsächlich Bilder gemacht. Da alle Thais mit mir ein Bild wollten, dachten wohl die Taiwanesen, ich sei ein Promi und wollten auch mit mir Bilder.

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Dann ging es an den Strand. Baden, Spaß haben und Taufen. Von den Täuflingen war die Mehrzahl von der Kraftwerksbaustelle, wo wir mit der Arbeit letzten Dezemeber begonnen haben. Das hat mich auch ein bisschen stolz gemacht, da ich sehr oft die Leute abgeholt habe und Einladungen verteilte.

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Täuflinge und Pastoren

Hier das provisorische Gruppenbild (ohne mich, da ich keinen Parkplatz in der Nähe fand).

Gruppenbild

Gruppenbild

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Zum Abschluss des Ausfluges ging es nach Damshuei, einem Vorort Taipeis am Meer. Fotos und Bummeln. Leider habe ich den beeindruckenden Sonnenaufgang verpasst – ich durfte dafür Thais zur Nachtschicht fahren. CIMG6562 CIMG6564 CIMG6566 CIMG6568

Ich bin jetzt immer noch froh über diesen Ausflug, es war einfach schön und rund. Ich habe mich auch für meine Thaigemeinde in Guanyin gefreut. Samstagabend sind wir 10-12 Leute im Gottesdienst (sächsische Verhältnisse) und bei diesem Ausflug sind 39 Thais aus ihrer Gegend mitgekommen. Segen und gesegnet sein, ich hoffe, dass das für diesen Tag wahr bleibt.

Meine Guanyiner

Meine Guanyiner

 

Ich war faul…

… mit dem Schreiben des Blogs. Es ist gerade ein bisschen die Luft raus und langsam gleite ich in ein Lebensveränderungstief. Ein Highlight meines Wochenendes:

Bayerisches Restaurant in Taipei!

Bayerisches Restaurant in Taipei!

So einfach ist Glücklichsein.

So einfach ist Glücklichsein.

Neuer Rundbrief und Bilder

Mein dritter Rundbrief aus der sozialdiakonischen Gastarbeiter- und Gefängnisarbeit in Taiwan ist fertig und verschickt. Wer ihn auch gerne haben möchte, kann sich hier melden. Als kleines Schmankerl eine Fotogalerie zum Thema… Blumen – es ist ja bald Muttertag.